Elastografie der Leber

Elastografie Fibroscan der Leber - Gastroenterologie Koblenz

Eine moderne Form der Vorsorgeuntersuchung der Leber ist die Elastografie (FibroScan®) mit Bestimmung des Fettgehaltes (CAP-Messung). Sie ist die modernste, unblutige und schmerzfreie Leberdiagnostik.

Diagnose von Lebererkrankungen

Chronische Lebererkrankungen können zu Schäden wie Fibrose, Zirrhose und schweren, damit verbundenen Komplikationen einschließlich bösartigem Leberkrebs (Leberzellkarzinom) führen. Ursachen sind u. a. die alkoholische bzw. nichtalkoholische Fettleber (hepatitis), chronische Virushepatitiden (Hepatitis B und C) sowie autoimmune und angeboren Lebererkrankungen (z. B. Hämochromatose).

Zur besseren Beurteilung der Prognose und zur Einleitung geeigneter Therapiemaßnahmen bzw. zur Therapiekontrolle ist es sinnvoll, den Fibrosegrad der Leber zu kennen.

Früher war dies ausschließlich durch eine Leberbiopsie, bei der eine kleine Menge Lebergewebe mit der Nadel entnommen wird, möglich. Diese geht jedoch mit einem erhöhten Risiko von Komplikationen wie Nachblutungen oder Verletzungen von Lunge und Gallenwege einher.

Die neue Alternative, die FibroScan®-Untersuchung

Seit 2005 gibt es als Alternative die schmerzlose und nichtinvasive Elastografie (Fibroscan®). Dies ist eine wissenschaftlich anerkannte spezielle Ultraschalluntersuchung, mit der die Steifigkeit der Leber gemessen werden kann. Dabei steht die Lebersteifigkeit, eine quantitative Größe, in engem Zusammenhang mit der Fibrose der Leber und kann das Ausmaß der chronischen Leberschädigung (Fibrose/Zirrhose) - ähnlich wie die Biopsie - abschätzen.

Das neue Verfahren geht schnell, liefert ein sofortiges Ergebnis, ist beliebig wiederholbar und vollkommen schmerzfrei und nichtinvasiv.

In vielen Fällen hat die Elastografie die Leberbiopsie schon ersetzt. Das mit Fibroscan untersuchte Lebervolumen beträgt außerdem etwa 3 ccm und ist somit 100-mal größer als das Volumen, das bei einer Leberbiopsie gewonnen wird.

Zusätzlich kann im Rahmen der Elastografie der Fettgehalt der Leber durch die CAP-Messung bestimmt werden.

Hinweis

Diese Untersuchung ist eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.

Wie funktioniert die Untersuchung?

Der FibroScan® beruht auf der Technologie der vibrationskontrollierten transienten Elastografie (VCTE) der Leber.

Wie bei einer herkömmlichen Ultraschalluntersuchung tastet der Arzt mit einem Schallkopf den Bereich der Leber in einem Zwischenrippenraum ab. In dem Schallkopf befindet sich ein Vibrationsgeber, der niederfrequente Wellen aussendet.

Mit einer hochfrequenten Sonde wird nun gemessen, wie diese Wellen durch die Leber laufen. Bei einer Fibrose wird das Lebergewebe härter, und die Wellen können schneller durchlaufen.

Je weiter die Fibrose fortgeschritten ist, desto fester bzw. steifer ist das Lebergewebe und die gemessenen Werte, die in kPa angegeben werden, sind höher. Daher kann man gut beurteilen, wie weit der Bindegewebeumbau schon fortgeschritten ist und welche Maßnahmen zur Therapie und Leberkrebsvorsorge sich dadurch ergeben.

Zur Quantifizierung des Fettgehaltes der Leber kann gleichzeitig eine CAP (controlled attenuation parameter)-Messung durchgeführt werden. Dabei wird das Ultraschallsignal durch das Fett in der Leber abgeschwächt und erlaubt so die nichtinvasive Quantifizierung des Leberfettgehaltes in dB/m.

Im Rahmen einer Untersuchung werden mindestens zehn Messungen durchgeführt, wobei die einzelnen Messwerte gut übereinstimmen müssen.

Die Untersuchung dauert meistens zehn bis 15 Minuten.

Weitere Fragen zur Untersuchung

Ist die Untersuchung unangenehm?

Nein. Die Untersuchung ist wie eine gewöhnliche Ultraschalluntersuchung schmerzfrei und ohne Komplikationen. Die Schallwelle kann man an der Bauch- bzw. Brustwand als leichtes Klopfen spüren. Man kann die Untersuchung beliebig oft wiederholen. In einzelnen Fällen von starkem Übergewicht, bei Lungentiefstand oder Bauchwasser ist die Untersuchung nicht möglich bzw. liefert keine verwertbaren Ergebnisse.

Ist die Leberbiopsie überflüssig?

Nein. Der FibroScan® erfasst den bindegewebigen Umbau der Leber und kann die Dynamik bzw. den Verlauf darstellen, auch z. B. die Rückbildung der Fibrose unter erfolgreicher Therapie.

Der FibroScan® kann jedoch nicht das Ausmaß der aktuellen Entzündung beurteilen und die Ursache der Lebererkrankung erkennen.

Wann sollte man die Untersuchung durchführen lassen?

Da dieses Verfahren schmerzlos und komplikationsfrei ist, eignet es sich sehr gut zur Verlaufskontrolle. Wir empfehlen eine Untersuchung einmal jährlich. Außerdem hilft der FibroScan® bei seit Jahren unklar erhöhten Leberwerten, einen höhergradigen Leberschaden auszuschließen, eine beginnende Leberzellverfettung zu erkennen, wenn sie im herkömmlichen Ultraschall noch nicht erkennbar ist bzw. den Grad einer Leberzellverfettung besser einzuschätzen, was mit dem herkömmlichen Ultraschall so nicht möglich ist.

Wer bezahlt die Untersuchung?

Die Untersuchung wird von den privaten Krankenkassen in der Regel erstattet. Leider ist sie noch nicht Bestandteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Wir bieten Ihnen die Untersuchung jedoch als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Sprechen Sie uns an!

Hinweis

Bitte kommen Sie nüchtern zur Untersuchung, d. h. Ihre letzte Nahrungsaufnahme sollte drei bis vier Stunden zurückliegen.