Brustkrebs und Krebsvorsorge

Frau tastet ihre Brust zur Brustkrebsvorsorge ab

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und mit 23.000 Todesfällen pro Jahr auch allgemein eine der häufigsten Krebserkrankungen. Dennoch liegt die Heilungsrate mit 50-60 % insgesamt relativ hoch, vor allem bei kleinen Tumoren, wo die sie bei bis zu 95% liegt.

Gerade diese Erkenntnis macht eine Vorsorgeuntersuchung so sinnvoll. Denn die rechtzeitige Erkennung von Brustkrebs kann Leben retten. Dennoch nehmen nur ca. 15% der Frauen an Vorsorgeuntersuchungen teil. Die durchschnittliche Größe des Tumors bei der Diagnosestellung beträgt 4,4 cm im Durchmesser, obwohl bei rechtzeitiger Früherkennung weit kleinere Größen entdeckt werden können. Je kleiner der entdeckte Tumor ist, desto höher ist die Heilungschance.

Ungefähr 100 Patientinnen werden pro Jahr behandelt, davon viele nicht in zertifizierten Brustkrebszentren, was Auswirkungen auf den Heilungserfolg haben kann. Bösartige Tumoren wachsen schneller als das gesunde Gewebe und zerstören es. Über Lymphbahnen und Blutgefäße gelangen Tumorzellen in andere Organe und bilden dort Metastasen aus.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Lebensgewohnheiten / Umweltbedingungen

  • Ernährung und Lebensgewohnheiten

Eine ausgewogene, fettarme Ernährung hilft dabei, Brustkrebs vorzubeugen. Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zählen zu den Risikofaktoren.

  • hormonelle Einflüsse

Östrogen, Gestagen und Prolaktin haben Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs. Kontrazeptiva stehen im Verdacht, die Krebswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

  • familiäre Belastung

Wenn bereits in der Familie Fälle von Brustkrebs vorgekommen sind, ist das Erkrankungsrisiko um das Zwei- bis Zehnfache erhöht.

  • seelische Einflüsse
  • Umwelteinflüsse

Genetische Faktoren

Zwei spezielle Gene sind für die Entwicklung von Brustkrebs entscheidend. Das sind BRCA1 und BRCA2. Dennoch macht erblicher Brustkrebs nur 5 % der Erkrankungen aus. Die meisten Frauen, die an Brustkrebs erkranken (90-95%) haben keine ererbte Genmutation BRCA1 oder BRCA2.

Andere Faktoren

Der Hauptrisikofaktor ist das Alter. Das Risiko steigt mit dem Alter:

  • Alter zw. 30-40: 1 von 252
  • Alter zw. 40-50: 1 von 68
  • Alter zw. 50-60: 1 von 35
  • Alter zw. 60-70: 1 von 27
  • Alter > 70: 1 von 8

Symptome von Brustkrebs

Die Symptome sind vielfältig und zeigen sich nicht immer eindeutig. Dennoch sollte man auf alle Veränderungen an seinen Brüsten achten.

Dazu zählen:

  • ungewöhnliche Vergrößerungen oder Rötungen
  • neu aufgetretene Asymmetrie der Brüste
  • Dellen oder Vorwölbungen
  • neu aufgetretene Einziehung einer Brustwarze
  • Rötungen/Ekzeme der Brustwarze oder Flüssigkeitsaustritt beim Zusammenpressen der Brustwarzen
  • Schwellung des Arms oder der Lymphknoten unter der Achsel
  • ertastete Knötchen, Schwellungen oder Dellen
  • Verfestigungen im Bereich der Achselhöhlen

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Krebsvorsorge

Wir führen die Krebsvorsorgeuntersuchung durch. Die gesetzliche Krankenversicherung empfiehlt ab dem:

  • 20. Lebensjahr einen Abstrich vom Muttermund (PAP-Abstrich) und eine gynäkologische Tastuntersuchung.
  • 30. Lebensjahr ist zusätzlich eine jährliche Tastuntersuchung der Brustdrüsen und der umliegenden Lymphknoten sinnvoll.
  • 50. Lebensjahr empfiehlt die gesetzliche Krankenversicherung die Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust. Zudem wird mittels eines Stuhltests auf okkultes Blut im Stuhl untersucht.
  • 55. Lebensjahr wird zu einer präventiven Darmspiegelung geraten.

Neben den gesetzlich vorgeschlagenen und von der Krankenversicherung übernommenen Leistungen bieten wir Ihnen auch zusätzliche ärztliche Leistungen an (Individuelle Gesundheitsleistungen – IGeL)

Ultraschalluntersuchung

Wir untersuchen beide Brustdrüsen und das Becken, die Gebärmutter und die Bereiche um die Eierstöcke. Die Sonographie ergänzt die taktile und mammographische Befundung und dient beim kleinen Becken der Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken

HPV-Test und -Impfung

Im Gegensatz zu den meisten Krebsarten gibt es gegen den Gebärmutterhalskrebs indirekt eine Impfung. Das humane Papilloma-Virus (HPV) wird durch Haut- bzw. Schleimhautkontakt übertragen. Es ist für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

ThinPrep-Test

Als Weiterentwicklung eines herkömmlichen Abstriches ist bei diesem Test die Aussagefähigkeit höher. Falsch positive oder falsch negative Aussagen werden somit weiter verringert.

Weitere IGeL-Vorsorgeuntersuchungen sind:

  • Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung
  • Impfung gegen Scheideninfektionen
  • Bladder-Check

Sonstige Leistungen

Dysplasie / Kolposkopie

Unsere Dysplasiesprechstunde dient der Suche nach Zellveränderungen oder Erkrankungen von Gebärmutterhals, Muttermund, Scheide und der äußeren Geschlechtsorgane mit Hilfe moderner Kolposkope. Mithilfe der Videokolposkopie wird die Untersuchung live auf einem Bildschirm übertragen, digitalisiert und dokumentiert.

Was bezeichnet man als Dysplasie in der Frauenheilkunde?

Alle Zellveränderungen, die Form, Replikation und Differenzierung betreffen, nennt man Dysplasie. Je weiter sie fortschreitet, desto wahrscheinlicher kann sich daraus Krebs entwickeln. Das Ziel der Dysplasiesprechstunde ist demnach, frühzeitige Krebsvorstufen zu erkennen und durch gezielte Therapien zu behandeln. Dabei wird ein sogenanntes Kolpskop verwendet, eine Art Lupe, die durch eine Lichtquelle das Innere der Scheide untersuchen hilft.

Grundsätzlich gilt: Je früher Krebs oder auch seine Vorstufen erkannt werden, desto höher ist die Heilungschance

Welche Untersuchungen bieten wir an?

  • Krebsvorsorgeabstrich mit Kolposkopie
  • HPV-Abstrich (Test auf Humane Papillom-Viren)
  • Essigtest (zur Darstellung von Zellveränderungen)
  • Biopsie (Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung)

Auf einen Blick:

ab dem 30. Lebensjahr:
jährliche Brustkrebs­­vorsorge­untersuchung (Anamnese, Tast­unter­suchung, Anleitung zur Selbstuntersuchung)

zwischen 50 und 69 Jahre:
alle zwei Jahre das Mammo­­graphie-Screening