Weaningzentrum

Die Entwöhnung von der Beatmung

Zwei Intensivpfleger der Lungenklinik Neustadt kontrollieren die Vitalwerte der Patienten

Kommt es zu einer länger andauernden Beatmungspflichtigkeit, so muss das eigenständige Atmen erst wieder erlernt werden. Hierbei spricht man vom Weaning, das – abhängig von der Grunderkrankung – auch mehrere Wochen andauern kann. Schrittweise soll die Fähigkeit zum selbständigen Atmen wiedererlangt werden.

Weaning im spezialisierten Weaningzentrum (nach DGP)

In einer Untersuchung der Kollegen der Abteilung für Pneumologie der Universität Heidelberg, der Universität Witten/Herdecke und der Universität Greifswald konnte nachgewiesen werden, dass bei 61 Patienten in einem zertifizierten Weaningzentrum 50 Patienten davon (82 %) noch von der invasiven Beatmung entwöhnt werden konnten.

Unser durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) zertifiziertes Weaningzentrum bietet Ihnen – auch in Fällen mit bereits längerem Weaningprozess – die Möglichkeit einer Entwöhnung von der Beatmung.

Dazu erfolgt ein Training der Atmung, eine Kräftigung der Muskulatur durch Förderung einer frühzeitigen Mobilisation sowie ein Trainieren und Wiederherstellen der Schluck- und Sprechfähigkeit. Zudem erfolgt die Behandlung und Therapie der Erkrankung, die zur Beatmung geführt hat.

Es steht hierfür ein erfahrenes Team, bestehend aus Fachärzten, Fachpflegekräften, Atmungstherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten zur Verfügung. Dies ermöglicht auch in schwierigen Fällen durch unsere Fachkompetenz und langjährige Erfahrung ein komplettes oder teilweises Entwöhnen von der Beatmung.

Schluckstörungen als Hindernis für eine Beatmungsentwöhnung

Im Rahmen der Intensivtherapie erworbener Schluckstörungen stellen einen häufigen Hinderungsgrund für eine komplette Entwöhnung von der Beatmung dar. Auch hier bieten wir alle Facetten der Dysphagietherapie zur Wiedererlangung des Schluckaktes.

Sollte eine längerfristige Dysphagietherapie notwendig sein, kann diese auch außerklinisch im Rahmen einer Betreuung durch eine Intensivpflege fortgeführt werden.

Auch hier kooperieren wir im Rahmen der außerklinischen Beatmung mit einem Netzwerk aus Fachpflegeeinrichtungen, ambulanten Fachpflegediensten, niedergelassenen Physiotherapeuten, Logopäden und Dysphagietherapeuten. Im Rahmen dieser Kooperation ist auch eine weitere fachliche Betreuung durch unsere Spezialisten in den entsprechenden Einrichtungen möglich.

Unser Weaningzentrum ist zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DPG).

Eine Verlegung in unser zertifiziertes Weaningzentrum

Befindet sich Ihr Angehöriger oder Sie selbst auf einer Intensivstation einer anderen Klinik, so ist jederzeit eine Aufnahme in unser zertifiziertes Weaningzentrum möglich.

Über eine Verlegung entscheidet jedoch letztendlich der behandelnde Arzt. Bitte sprechen Sie diesen persönlich mit der Bitte um Verlegung in unsere Klinik an. Wir bitten darum, dass sich der Kollege mit uns in Verbindung setzt und die Details einer Verlegung abspricht. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, steht Ihnen unser Weaning-Team jederzeit gern zur Verfügung.

Dr. Bernd Kurz – Lungenklinik Neustadt

Chefarzt Dr. med. Bernd Kurz
Facharzt für Innere Medizin und Innere Medizin/Nephrologie

Tel 036331 361921 (Sekretariat)
E-Mail weaning-neustadt@doceins.de

Tel 036331 361924
Fax 036331 36139

Karin Schroeter – Lungenklinik Neustadt

Karin Schröter
Stationsleitung
Tel 036331 361904


Atmungstherapeuten
Tel 036331 361966


Notfalltelefon Weaningzentrum
Tel 036331 36266


Sozialdienst
Tel 036331 361934

Doceins Formular

Formular zur Anmeldung
Intensiv-/Weaningstation

Informationen zum Nachlesen

Informationsbroschüre Weaning- und Intensivstation - Informationen für Angehörige
Informationsbroschüre

Weaning – der Weg zum selbstständigen Atmen

für Patienten und Angehörige

Informationsbroschüre Weaning- und Intensivstation - Informationen für Kliniken und Ärzte
Informationsbroschüre

Weaning- und Intensivstation

für zuweisende Kliniken
und Ärzte

Wenn Sie Ihren Angehörigen im Weaningprozess begleiten möchten

Bei länger andauerndem Weaningprozess ist die Unterstützung der Patienten durch ihre Angehörigen ein wichtiger Faktor für den Heilungsprozess. Hierzu bieten wir Ihnen die Möglichkeit einer Unterbringung in einem krankenhausnahen Gebäude, um jederzeit in der Nähe Ihres Angehörigen sein zu können.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir eine Kernbesuchszeit von täglich 15:00-17:00 Uhr haben. Alternative Besuchszeiten sind jedoch jederzeit nach Rücksprache möglich. Auf unserer Station werden Diagnostiken und Therapien durchgeführt. Diese können mit etwas Wartezeit verbunden sein. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Bitte einigen Sie sich innerhalb der Familie auf einen Ansprechpartner. Die Informationsweitergabe erfolgt dann persönlich und nach Vereinbarung eines Passwortes auch telefonisch. Die enge Zusammenarbeit mit Ihnen ist ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Behandlungskonzeptes.

Was sind die Voraussetzungen eines Weaningprozesses?

Für die schrittweise Beatmungsentwöhnung, dem Weaning, ist es wichtig, dass die Darmtätigkeit funktionieren, der Kreislauf stabil und die Atemmuskulatur trainierbar sein sollte. Grundsätzlich ist es das Ziel, den Patienten durch ein kontrolliertes Weaning die Eigenatmung möglichst früh wieder zu ermöglichen.

Ziel ist das Erreichen der Eigenständigkeit durch:

  1. Trainieren der Atmung
  2. Kräftigung der Muskulatur durch Förderung der frühzeitigen Mobilisation
  3. Trainieren und Wiederherstellen der Schluck- und Sprechfähigkeit
    Behandlung und Therapie der Erkrankung, die zur Beatmung geführt hat

Dieser zum Teil langwierige Prozess wird von unserem erfahrenen Team, bestehend aus Fachärzten, Fachpflegekräften, Physiotherapeuten, Atmungstherapeuten und einer Logopädin, unterstützt.

Welche Dinge sollte ich mitbringen?

  • Chipkarte
  • Patientenverfügungen und -vollmachten
  • Name von betreuenden Firmen und/oder von schon vorhandenen Hilfsmitteln im häuslichen Umfeld (z. B. Sauerstoff, Heimbeatmungsgerät, Hustenassistent)
  • festes Schuhwerk
  • Kulturbeutel
  • Trainingsanzug
  • Bademantel
  • persönliche Gegenstände